| Alles geht hier den falschen Weg rum. Nicht nur die Schrift, auch das Pferderennen. So ein Tag „at the races“ ist unvergesslich, weil eben nicht nur auf der Rennbahn Araber im Einsatz sind, sondern auch auf der Tribüne. Wer einmal die Stimmung auf der Zielgeraden erlebt hat, der wird kaum mehr von Stimmung sprechen, wenn er einen mitteleuropäischen Sportplatz aufsucht. Der Jubel der rund 200 Pferdenarren ist vergleichbar mit dem Torjubel in einem mittleren, aber randvollen Bundesligastadion, wenn die Heimmannschaft getroffen hat. Mit dem Unterschied, dass beim Pferderennen jeder der Fans seinen Favoriten auf der Zielgerade aus voller Kehle anfeuert, dabei herumspringt und ganz aus dem Häuschen gerät. Das einzige ungute Gefühl beim Pferderennen hatte mit dem Polizisten zu tun, der für die Sicherheit zuständig war. Er setzte sich in die gleiche Reihe rechts von mir und legte sich sein Gewehr auf den Schoss, so dass ich direkt in der Schusslinie sass. Ihn scheint das Pferderennen nicht sonderlich zu packen. Er klöppelt gelangweilt an seinem Abzug rum. Natürlich ist das Magazin geladen - wir sind im Libanon. Ich stehe auf und setze mich ein paar Reihen weiter hinten wieder hin, wo ich den nächsten verrückten Zieleinlauf entspannt geniesse.
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